Blutgerinnungshemmung (Antikoagulation)

Zu den Blutgerinnungshemmern ( Antikoagulantien ) zählen:

  •     Thrombozytenaggregationshemmer wie Aspirin, Plavix, Iscover, Tyklid
  •     Heparine
  •     Cumarine ( Marcumar, Coumadin, Falitrom )


Die Blutgerinnung eines Marcumarpatienten ist intakt. Marcumar ist ein Arzneimittel, das die Blutgerinnungszeit nur zeitlich verlängert.
Die Wirkung der Cumarine setzt frühestens nach 36 Stunden und spätestens nach 72 Stunden ein. Wegen dieser verzögerten Wirkung wird eine Begleittherapie mit Heparin so lange durchgeführt, bis eine ausreichende Wirkung des Cumarins vorhanden ist.

Einsatzgebiete der Cumarine:

  •     Vorhofflimmern
  •     Venenthrombosen
  •     Herzklappenersatz


Die Therapieziele sind:

  •     wirksamer Schutz vor Blutgerinnseln
  •     Thrombose- und Embolieverhinderung
  •     ein möglichst geringes Blutungsrisiko


Quick-Wert = Gerinnungszeit ( Entstehungszeit des Gerinnsels in sek. ) dividiert durch die Gerinnungszeit eines Gesunden
= "Prozent der Norm".
Der Quickwert eines Menschen mit normaler Blutgerinnung beträgt 70 - 130%.
Je länger die Gerinnungszeit, desto kleiner ist der Quickwert, was eine höhere Blutungsgefahr bedeutet. Ein Quickwert von z.B. 30% bedeutet 30% der Gerinnungsfähigkeit.
Quickwerte, die in unterschiedlichen Arztpraxen und damit evtl. unterschiedlichen Labors gemessen wurden, sind nicht mit einander vergleichbar, da sie mit verschiedenen Verfahren ( Testsubstanzen aus unterschiedlichen Lebewesen, aus unterschiedlichen Organen gewonnen ) bestimmt werden.
Nur die INR-Werte erlauben weitgehende Vergleichbarkeit der Blutgerinnungswerte.
INR = International Normalized Ratio
Ein INR-Wert von z.B. 3,0 bedeutet, daß das Blut dieses Patienten eine dreifach verlängerte Gerinnungszeit gegenüber der Norm hat. Je nach Erkrankung gibt es unterschiedliche therapeutische Zielbereiche :

  •     INR 2,0 - 3,0: bei Patienten mit Vorhofflimmern oder Venenthrombosen
  •     INR 2,5 - 3,5: bei Patienten mit Aortenklappenersatz
  •     INR 3,0 - 4,0: bei Patienten mit Mitral- oder Doppelklappenersatz


Sie sollten möglichst immer Ihren eigenen Zielbereich einhalten, um das Thrombose- bzw. Blutungsrisiko so gering wie möglich zu halten.

Nebenwirkungen von Marcumar

  •     Blutungsgefahr von Organen, wenn der INR > 5 ( z.B. Niere, Nasenbluten, Auge )
  •     spröde Fingernägel ( hält ca. 1/2 Jahr an )
  •     reversibler Haarausfall
  •     Knochenschmerzen
  •     gastrointestinale Nebenwirkungen
  •     Cumarinnekrose

    Die Cumarinnekrose ist eine seltene, aber gravierende Nebenwirkung, wenn mit einer hohen Dosis ( z.B. 6 Tabletten ) begonnen wird. Es treten rote Flecken auf, die mit der Zeit schwarz und schließlich nekrotisch werden ( an Oberschenkelinnenseite, Bauch und Brust ). Daher immer erst als Einstieg 3 - 5 Tage Heparin und dann maximal 3 Tabletten Marcumar als Anfangsdosis, später 2.

Vitamin K
Bei Blutungen ist man mit Vitamin K immer zu spät. Die Vitamin-K-Wirkung setzt erst 12 Stunden später ein und ist somit nicht zur Notfallbehandlung geeignet. Eine milchig trübe Ampulle ist unwirksam. Falls Vitamin K bei Blutungen, falls der INR > 5 ist, trotzdem eingenommen werden soll, muß es vorsichtig dosiert werden. Eine Ampulle enthält 1 ml Vitamin K. Nähme man die ganze Ampulle ein, lagerte sich der größte Anteil des Vitamin Ks in die Fettzellen ein, von wo es nur allmählich freigesetzt wird. Beim Wiedereinstellen des INR-Wertes gäbe es ganz enorme Probleme!!! Daher maximal 1-2 Tropfen Vitamin K einnehmen. Auch sollte man den Vitamin-K-Gehalt der Nahrung berücksichtigen, aber nicht überbewerten, z.B. Rosenkohl in normalen Portionen stellt kein Problem dar.
Einen hohen Vitamin-K-Gehalt haben:

  •     Leber ( Kalb, Rind, Huhn )
  •     Muskelfleisch ( Rind, Hammel, Lamm )
  •     Kohl- und Gemüsesorten ( Rosenkohl, Brokkoli, Sauerkraut, Spinat, Blumenkohl,
    Rotkraut, Weißkraut, Kopfsalat )


Was ist zu tun, wenn man die Marcumar-Einnahme einmal vergessen hat?
Normalerweise hat das einmalige Vergessen der Marcumar-Einnahme keinen großen Einfluß auf die gerinnungshemmende Therapie aufgrund der lang anhaltenden Wirkdauer von Marcumar. Sicherheitshalber könnte man nach 2 Tagen eine Gerinnungskontrolle durchführen lassen.

Schwangerschaft und Stillzeit
Die Marcumar-Einnahme kann in den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft Mißbildungen am Embryo hervorrufen. Bitte informieren Sie umgehend Ihren Arzt von Ihrer Schwangerschaft. Marcumar kann in den ersten 3 Monaten und vor der Geburt wirksam durch Heparin ersetzt werden.
Das Stillen ist unter Marcumar-Einnahme kein Problem, da es praktisch nicht oder nur in sehr geringer Menge in die Muttermilch übergeht.

Beeinflussung des Gerinnungswertes

  •     Medikamente, welche die Marcumarwirkung verstärken wie z.B. Acetylsalicylsäure  ( Aspirin ), Antibiotica, Antidiabetica, Schilddrüsenhormone, Antidepressiva, Antimykotica, harnsäuresenkende Medikamente
  •     Medikamente, welche die Marcumarwirkung abschwächen wie z.B. Abführmittel, Digitalispräparate, Kontrazeptiva, Schlafmittel
  •     fieberhafte Infekte
  •     Durchfall und Erbrechen ( stören Marcumar-Aufnahme )
  •     Rauchen


Quelle: Seminar der Apothekerkammer Nordrhein 2004

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