Beim Herzinfarkt ( Myokardinfarkt ) handelt es sich
um ein Mißverhältnis zwischen Sauerstoffangebot und Sauerstoffbedarf des Herzmuskels.
Es kommt zu einer irreversiblen Schädigung des Herzmuskels durch massive Unterversorgung
des Herzmuskels mit Sauerstoff. Es findet ein Untergang von Herzmuskelzellen
statt. Entweder ist hiervon die gesamte Herzmuskelwand betroffen
( Transmuraler Infarkt ) oder nur einige Schichten des Herzmuskels ( Schichtinfarkt
).
Ein Myokardinfarkt läuft innerhalb von Minuten bis zu wenigen Stunden ab, seltener
über mehrere Tage. Er geht einher mit Herzschmerzen, Blutdruckabfall und Tachykardie.
Bis zum Alter von 65 Jahren sterben 3 mal mehr Männer als Frauen am Herzinfarkt
und danach 10 mal mehr Frauen als Männer.
Symptome beim Mann:
Brustschmerzen
ausstrahlende Schmerzen in den linken Arm
Kurzatmigkeit
Schmerzen und Brennen hinter dem Brustbein
Symptome bei der Frau:
sind sehr unspezifisch, wie z.B.
Streß-Symptome
Übelkeit
Bauchschmerzen
"Wirbelsäulenschmerzen"
Erschöpfung
Risikofaktoren für einen Herzinfarkt sind:
Rauchen ( Rauchen plus Pille potenziert das Risiko bei Frauen )
Übergewicht und Bewegungsmangel
Diabetes mellitus
Hypertonie ( Bluthochdruck )
Alter ( Männer älter als 45 Jahre und Frauen älter als 55 Jahre )
familiäre Belastung ( männliche Vorfahren Herzinfarkt vor dem 65sten Lebensjahr
oder weibliche vor dem 70sten )
zu hohe Blutfettwerte wie z.B.
| Triglyceride | > 150 mg/dl |
| Gesamtcholesterin | > 200 mg/dl |
| LDL | > 135 mg/dl |
| HDL | < 40 mg/dl |
| Gesamtcholesterol/HDL | > 5 |
Es muß hierbei immer das Gesamtrisiko beachtet werden - keine Einzelwerte interpretieren!
Lipoprotein (a) gilt als Risikofaktor für Koronare Herzerkrankungenund zerebrale Atherosklerose. Lipoprotein (a) ist genetisch vorbestimmt. Es ist ausreichend, einmal im Leben das Lipoprotein (a) bestimmen zu lassen ( wird nicht von der Krankenkasse übernommen ), da sich seine Tendenz nicht verändert. Es begünstigt atherosklerotische Veränderungen der Gefäßwände und beeinflußt die Blutgerinnung ( Lipoprotein (a) wirkt thrombogen ). Die Risikovorhersage ist groß, wenn sowohl das Lipoprotein (a) als auch das LDL-Cholesterol erhöht sind.
Homocystein ist - ähnlich wie das Cholesterin
- ein ernst zu nehmender Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Krankheiten
und Schlaganfälle! Lassen Sie Ihren Homocystein-Wert im Rahmen einer
routinemäßigen Blutuntersuchung beim nächsten Arztbesuch bestimmen
( wird nicht von der Krankenkasse übernommen ).
Homcystein ist ein Eiweißbaustein, der als schädliches Zwischenprodukt
bei Stoffwechselprozessen im menschlichen Körper entsteht. Bei ausreichender
Vitaminversorgung wird er gleich wieder abgebaut. Folsäure sorgt für
den Abbau von Homocystein. Die Vitamine B6 und B12 unterstützen Folsäure
bei dieser Aufgabe. Erhält der Körper nun aber nicht genügend
Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12, steigt der Homocystein-Spiegel im
Blut gefährlich an.
Erhöhte Homocystein-Konzentrationen wirken schädigend auf die Blutgefäßwand:
sie lösen Entzündungsprozesse aus, die unbehandelt zu verkalkten und
damit verengten Gefäßen führen ( Arteriosklerose ).
Daher empfehlen wir Ihnen, das B-Vitamin-Trio Folsäure/Vitamin B6/Vitamin
B12 der Nahrung ergänzend zuzuführen, damit der Homocystein-Blutspiegel
in Grenzen gehalten wird. Mit der Zufuhr dieser Vitamine sorgen Sie für
den Funktionserhalt Ihrer Gefäße, die so lange wie möglich gesund,
elastisch und fit bleiben sollten.
Homocysteinwerte:
| normal: | < 14 mikromol/l |
| mäßig erhöht: | 14 - 20 mikromol/l |
| massiv erhöht: | > 20 mikromol/l |
Berechnen
Sie Ihr eigenes Herzinfarktrisiko
oder www.chd-taskforce.de
Quelle: Seminar Apothekerkammer Nordrhein 2004
erstellt 3.1.2005
zuletzt geändert am 1.1.2009